Warum Kontext und dein eigenes Know-how beim Programmieren mit KI alles sind

Veröffentlichungsdatum: 30. Mai 2026·Veröffentlicht im Blog
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Cover von Der Feierabend-Commit

Podcast-Folge: Der Feierabend-Commit

Diesen Beitrag gibt es auch zum Hören – ursprünglich ist er eine Folge meines Podcasts Der Feierabend-Commit. Lehn dich zurück und hör rein; der Artikel hier ist die Textfassung dazu.

Gestern habe ich beim Programmieren mal wieder viel Zeit gespart, weil ich ein KI-Tool genutzt habe, um einiges an meiner Webseite anzupassen. Und genau darum soll es auch in der zweiten Folge meines neuen Podcasts – dem Feierabend-Commit – gehen.

Eigentlich wollte ich den Podcast nur fix auf meiner Webseite verlinken. Allerdings gab es da ein kleines Problem: Meine Seite war bisher komplett auf Englisch, der Podcast ist aber auf Deutsch. Also wollte ich die Seite umstellen. Dafür habe ich ein Tool namens OpenCode verwendet. OpenCode ein Open-Source Tools, das man direkt auf dem eigenen Rechner installiert. In der Softwareentwicklung sind solche KI-Tools mittlerweile etabliert. Viele von meinen „Nicht-Techis“ wundern sich teilweise, aber Large Language Models (LLM) wie ChatGPT oder Gemini können gut programmieren. Warum? Weil sie im Wesentlichen neben viel Text und sehr viel öffentlichen Code im Internet lesen, dadurch lernen und quasi alle bekannten Sprachen und Tools beherrschen.

Warum KI Kontext braucht

Bei OpenCode beschreibt man die gewünschte Änderung einfach in normaler Sprache. Zum Beispiel: „Hey, hier ist mein Webseiten-Code und ich möchte gerne, dass du das alles auf Deutsch übersetzt“. Das Tool hat dafür zwei Modi: Einen Plan-Mode, in dem es sich nur Gedanken macht, und einen Build-Mode, in dem es dann wirklich baut. In diesem Planungsmodus kann man mit der KI hin und her brainstormen und das Plan weiter verbessern.

Das Ganze funktioniert generell gut, aber man muss wissen: Die KI braucht Kontext. Wenn du die KI mit zu wenigen Informationen fütterst, macht sie trotzdem irgendwas, egal wie wenig Input da ist. Ich vergleiche das gerne mit einem Architekten: Wenn du dem einfach dein Geld gibst und sagst „Bau mir ein Haus“, und das war's, dann denkt er irgendwas hoch. Wenn du dir dann das fertige Haus anschaust und sagst: „Eigentlich wollte ich ein Zimmer mehr, Backstein draußen und die Fenster sollten viel größer sein“, wird der Architekt sagen: „Das konnte ich ja nicht wissen, weil du es mir nicht gesagt hast.“ Genauso läuft es beim normalen Chatten mit ChatGPT und Co. Je mehr Informationen du der KI gibst, desto eher macht sie das, was du willst.

Warum eigenes Know-how unverzichtbar bleibt

Es gibt teilweise die Befürchtung, dass KI unsere Jobs als Software-Entwickler wegnimmt. Ich weiß nicht mehr genau, ob es der Erfinder von Linux war, aber ich glaube, der hat mal gesagt: Es ist im Endeffekt einfach ein Tool wie alles andere auch. In der Softwareentwicklung haben wir schon lange Tools, zum Beispiel, um den Code formatieren oder testen. Mein Job wird sich durch KI zwar verändern und Aufgaben werden sich bisschen verschieben, aber er fällt dadurch nicht weg.

Was man auch nicht vergessen darf: Die KI hat auf öffentlichem Code gelernt. Und alles, was im Netz frei verfügbar ist, ist nicht automatisch Best Practice oder passt konkret zu deinem Anwendungsfall. Du brauchst immer noch das eigene Know-how, um zu prüfen, ob das überhaupt Sinn ergibt, was die KI da fabriziert hat.

Nachtrag aus Folge 1: Wenn die KI kreativ wird

Zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag zur ersten Folge, wo wir über KI-Assistenten wie OpenClaw und Nanobot gesprochen haben, die auf einem anderen Computer laufen. Da hatte ich meiner Coding-Assistentin Cleo, die mir beim Programmieren hilft, eine Aufgabe gegeben. Auf dem Rechner, auf dem sie läuft, fehlten ihr allerdings die Rechte, um ein Tool zu installieren, was sie für die Erledigung ihrer Aufgabe brauchte.

Und da sieht man mal, wie smart KIs sein können, selbst wenn sie nur Wahrscheinlichkeiten vorhersagen. Cleo wusste nämlich: Wenn sie den Code zusammen mit ihrem Skript zu einer bestimmten Plattform pusht, kann dort das Tool installiert und die Aufgabe erledigt werden. Für die IT-Nerds unter euch: Das war einfach eine GitHub-Action.

Die Reise geht auf jeden Fall spannend weiter und in der Softwareentwicklung wird da noch wesentlich mehr kommen. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß beim Erkunden von KI und anderen Tools, die das Leben einfach entspannter oder einfacher machen!